Deutsche Telekom: Elon Musk greift an. Warum ich die Aktie trotz 8 % Kursverlust nicht kaufe!

Schönen Samstag, liebe Börsianer. Die Aktie der Deutschen Telekom brach am Freitag um 8 % ein. Der gesamte Telekommunikationssektor wurde in die Tiefe gerissen. Der Grund: Elon Musk schickt sich an, den Mobilfunkmarkt zu disruptieren. Und die Börse nimmt seine Ambitionen sehr ernst.

SpaceX hat angekündigt, ein landesweites Mobilfunknetz aufzubauen, das Satelliten im Weltraum mit klassischen Mobilfunkstationen auf der Erde kombiniert. Die amerikanische Regulierungsbehörde FCC hat bereits ein Satellitensystem mit bis zu 15.000 Satelliten für direkte Mobilfunkverbindungen genehmigt.

Zudem hat SpaceX den Erwerb weiterer landesweiter Frequenzrechte im 800-MHz-Band vereinbart. Das ist ein wichtiger strategischer Schritt. Denn diese niedrigen Frequenzen ermöglichen eine bessere Versorgung innerhalb von Gebäuden. Genau dort stoßen direkte Satellitenverbindungen bislang an ihre physikalischen Grenzen. Musk arbeitet also systematisch daran, die Schwachstellen seines satellitengestützten Mobilfunknetzes zu beseitigen.

Werde ich die Deutsche-Telekom-Aktie nach dem Kurssturz kaufen? Immerhin lockt inzwischen eine erwartete Dividendenrendite von 4,6 %. Meine Antwort ist ein klares Nein. Ich habe meine Telekom-Aktien bereits im März verkauft, als bekannt wurde, dass Elon Musk mit SpaceX einen 5G-Mobilfunkdienst mit Geschwindigkeiten von bis zu 150 Megabit pro Sekunde anbieten will.

Meine Überlegung ist einfach: SpaceX entwickelt sich von einem Anbieter für Satelliteninternet zu einem potenziell vollwertigen Telekommunikationskonzern. Ich traue einem traditionellen Konzern wie der Deutschen Telekom nicht zu, sich im Wettbewerb mit einem Ausnahmeunternehmer wie Elon Musk langfristig zu behaupten.

SpaceX verfügt aus meiner Sicht nicht nur über eine überlegene Finanzierungskraft, sondern kann mit seiner Satelliteninfrastruktur auch einen riesigen globalen Markt adressieren. Schon heute zählt Starlink rund 12 Millionen Kunden. Musk hat bereits bewiesen, dass er mit seinen Raketen die Raumfahrtindustrie grundlegend verändern kann. Nun nimmt er die Telekommunikationsbranche ins Visier.

Selbst wenn SpaceX erst zwischen 2030 und 2040 nennenswerte Marktanteile erobern sollte, geraten die langfristigen Gewinnerwartungen der etablierten Mobilfunkkonzerne schon jetzt unter Druck. Die Börse reduziert ihre Terminal Values, also die Bewertungen der langfristig erwarteten Zahlungsströme.

Interessant sind die Kursgewinne bei den Mobilfunkmastbetreibern: Crown Castle gewann am Freitag rund 15,6 %, American Tower 9,3 % und SBA Communications 7,3 %. Die Anleger spekulieren darauf, dass SpaceX beim Aufbau seines hybriden Mobilfunknetzes zusätzliche terrestrische Funkinfrastruktur benötigt.

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