Schönen Abend, liebe Börsianer. Was für ein brutaler Crash. Intel hat in einem Monat 50 % verloren. Durch die Bank weg wurden Chipaktien auf Wochensicht um 30 % abverkauft. Die Börsianer, die seit der Corona-Pandemie aktiv sind, kennen bislang nur Buy the Dip. Ich würde mich im Chipsektor nicht darauf verlassen, dass diese Strategie erneut funktioniert.
Schauen wir uns einmal die Bewertung von Advanced Micro Devices (AMD) an. Für dieses Geschäftsjahr wird ein KUV von 14,3 und ein KGV von 58 erwartet. Auch nach dem Rücksetzer ist die Aktie für Perfektion gepreist. Eine Verfehlung des strammen Wachstumskurses würde die Börse der Aktie nicht verzeihen. Eingepreist ist ein Wachstumssprung von 34,64 Mrd. USD Umsatz auf 88,81 Mrd. USD Umsatz im kommenden Jahr.
In den USA ist rund um KI-Rechenzentren ein politischer Wettkampf entbrannt. Die Republikaner verzichten auf Regulierungen künstlicher Intelligenz, damit die USA im internationalen Wettbewerb vor China bleiben. Die Demokraten wollen einen langsameren Ausbau der KI-Rechenzentren und punkten mit der politischen Agenda: KI vernichtet eure Arbeitsplätze, wir müssen KI einschränken.
Ich schätze die politische Stimmung so ein, dass sich die Demokraten mit ihren KI-Ängsten bei den Wählern durchsetzen. Darum setze ich beim Thema KI überwiegend auf Microsoft, Amazon, Alphabet und Meta.
Vor zwei Wochen habe ich darüber berichtet, 20 % meiner ETF-Bestände verkauft und meinen Cash-Anteil auf knapp 40 % erhöht zu haben. Dass der Markt danach auf Talfahrt ging, war zu 70 % Glück und zu 30 % Börsianer-Bauchgefühl. Ich habe viele Nachrichten mit der Frage bekommen, ob ich meinen Aktienanteil direkt wieder erhöhe. Die Antwort ist Nein.
Meine Entscheidung, mehr Geld in den Zinsmärkten zu investieren, ist strukturell und langfristig begründet. Wenn der S&P 500 um 20 % vom Hoch korrigiert hat, denke ich vielleicht noch einmal darüber nach. Meine Hauptsorge bleibt, dass Länder wie Frankreich ihre Haushaltsdefizite politisch nicht in den Griff bekommen werden. Die Finanzmärkte werden es sein, die neue Staatsschulden irgendwann nicht mehr mittragen.