Amazon will die größte Firma der Welt bauen, aber die Aktie stürzt ab!

Guten Morgen, liebe Börsianer. Alphabet verlor gestern 13 %. Die Amazon-Aktie lag nachbörslich nach der Zahlenvorlage 7 % im Minus. Das Wettrennen rund um die KI-Infrastruktur nimmt schädliche Züge an. Der Amazon-CEO musste gestern einen negativen Free Cashflow in Höhe von 42,2 Mrd. US-Dollar beichten.

Andy Jassy hat gute Argumente für diese massiven Investitionen. Er baut die größte Firma der Welt. Es hat bisher noch nie ein Unternehmen mit einem Umsatz von einer Billion US-Dollar gegeben. In den nächsten 5 bis 10 Jahren kann Amazon gleich zwei solcher Geschäftsbereiche haben.

Laut Jassy wird die Amazon-Cloud 2027 und 2028 um 40 % pro Jahr wachsen. Bei diesem Wachstumstempo wird die Sparte die Umsatzmarke von 1 Billion USD im Laufe des Jahres 2032 erreichen. Amazon AWS wäre das größte Geschäft der Welt.

Das KI-Cloud-Geschäft wird ein Oligopol-Geschäft. Ich glaube nicht, dass Neo-Cloud-Anbieter wie CoreWeave überleben werden. Bei Fremdkapitalkosten von 15 % können sie den Investitionskrieg nicht gewinnen. Überleben werden am Ende die Clouds von Microsoft, Meta, SpaceX, Amazon, Alphabet und vermutlich Oracle.

Den eigentlichen Burggraben baut Amazon im E-Commerce. Amazon gewinnt Marktanteile und erhöht seine operative Marge durch konsequente Automatisierung. Amazon betreibt inzwischen mehr als eine Million Roboter in seinen Logistikzentren. Die Kombination aus Skaleneffekten, KI und Robotik könnte die Gewinnmargen über viele Jahre weiter steigen lassen.

Niemand wird das gigantische Logistiknetzwerk von Amazon, das in Ballungsgebieten Tausende von Waren innerhalb von 30 bis 60 Minuten an die Kunden ausliefern kann, noch nachbauen können.

Amazon wird 2027 deutlich mehr als 2026 investieren. Eine konkrete Zahl hat CEO Andy Jassy im Earnings Call vom 29. Oktober 2026 allerdings noch nicht genannt. Meine Schätzung für 2027 liegt bei 250 Mrd. USD. Das wäre eine Steigerung um 14 % gegenüber 2026.

Ich werde heute noch einen weiteren Börsengruß schreiben. Mich beschäftigt die Frage: Warum gibt es momentan kein Nash-Gleichgewicht im Sektor? Wer ist der Übeltäter?

Mein Fazit zu Amazon: Ich gebe keine Aktie aus der Hand. Schon Kostolany sagte: „Börsengewinne sind Schmerzensgelder. Erst kommen die Schmerzen, dann das Geld.“

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