Schönes Wochenende, liebe Börsianer. Die Kreditausfallversicherungen für Frankreich steigen. Ludwig von Mises formulierte bereits 1944 in seinem Buch Bureaucracy (Bürokratie), dass ein Staat Probleme bekommt, wenn sich Abgeordnete zunehmend als Vertreter der Empfänger staatlicher Gehälter, Subventionen und Unterstützungsleistungen verstehen statt als Vertreter der Steuerzahler.
Letzte Woche habe ich die größte Änderung an meiner Vermögensallokation seit dem Corona-Crash durchgeführt. Ich habe 20 % meiner ETF-Bestände aufgelöst und in Geldmarkt-ETFs umgeschichtet (ich schreibe morgen darüber, welche ETFs ich verkauft habe). Ich gönne mir eine Auszeit an der Seitenlinie. Warum?
Ein gebranntes Kind scheut das Feuer. Ich habe die Finanzkrise 2008/2009 hautnah miterlebt. Im Sommer 2007 begannen die Kreditausfälle im US-Immobiliensektor. Die Credit Default Swaps sprangen in die Höhe. Ich eröffnete Mitte 2007 sogar eine Short-Position auf Hypo Real Estate wegen der Probleme im Immobiliensektor, wurde aber von blind galoppierenden Bullen wieder rausgetrieben.
Meine bevorzugten Geldmarkt-ETFs sind: Xtrackers II USD Overnight Rate (WKN DBX0A0) und Xtrackers II EUR Overnight Rate (WKN DBX0AN).
Der Januar 2008 hat sich tief in mein Börsianergedächtnis eingebrannt. Auf einmal kamen die Aktienmärkte ins Rutschen, und zwar in einem Tempo, auf das man entweder vorbereitet war oder auf das man nicht mehr reagieren konnte.
Bin ich ein Bär? Nein, ich bin ein Technologieenthusiast und Dauerbulle. Aber ich bin zu der Schlussfolgerung gekommen, dass die Probleme der französischen Staatsfinanzen bald europäische Probleme sein werden. Zudem habe ich eine schöne Erinnerung an die Rally nach der Finanzkrise. Im März 2009 begannen die Kurse wieder zu steigen, und Aktien wie Dialog Semiconductor verzehnfachten sich. Meine höheren Cashbestände stehen nicht nur für Risikoaversion, sondern auch für die Spekulation, bei Marktrücksetzern gute Einstiege zu finden.
Fazit: Die Seitenlinie wird attraktiver. Das Warten wird sogar gut verzinst.