Schönen Sonntag, liebe Börsianer. Heute geht es um mein ETF-Bollwerk, das mein Depot absichern soll. Der mächtigste Banker der Welt, JPMorgan-CEO Jamie Dimon, wird nicht müde, vor der gefährlichen Sorglosigkeit an den Finanzmärkten zu warnen.
Es gibt 2 Crashszenarien, auf die ich vorbereitet sein kann. Jamie Dimon erklärte, dass er aktuell weder Aktien noch langfristige US-Staatsanleihen kaufen würde, da die Märkte fundamentale Risiken, hohe Bewertungen und versteckte Kredithebel (Margin Debt) unterschätzen. Solche Aussagen nehme ich als willkommenen Anlass, um über meine Allokation nachzudenken.
Crashszenario 1 (Geopolitischer Konflikt): Was würde passieren, wenn China in Taiwan einmarschiert oder Russland in Litauen? Peter Thiel hat neulich in einem Interview gesagt, dass er sich dann auf den Weg nach Südamerika machen würde. Er hat eine Villa in Buenos Aires gekauft. Für mich gibt es hier nur eine wesentliche Absicherung: Investments im Defense-Sektor mit dem iShares Global Aerospace & Defence (WKN A3E1JS) als Basis.
Ich habe auch als Trader für mein aktives Kapital einen Aktionsplan vorbereitet. Realistisch betrachtet wird es zu Sanktionswellen kommen, wenn China Annexionskriege gegen Taiwan startet. Ich glaube nicht, dass die Märkte sofort einbrechen werden, wenn China die Militärpräsenz an der Küste erhöht. Dann ist noch ein guter Zeitpunkt, um eine Absicherungsstrategie aufzusetzen. Ich würde Long-Puts (weit aus dem Geld) auf Aktien kaufen, die von Handelskriegen zwischen dem Westen und China stark betroffen sein werden. Beispiel: Qualcomm erzielt 46 % seiner Umsätze in China mit chinesischen Handyherstellern. Apple lässt größtenteils in China produzieren.
Für Optionshändler: Es bieten sich auch Put Ratio Backspreads an. Man verkauft dabei eine kleinere Anzahl höherer Put-Strikes und kauft eine größere Anzahl tieferer Put-Strikes.
Crashszenario 2 (Bewertungsbubble): Als ich 20 Jahre alt war, platzte die Dotcom-Bubble. Der Nasdaq-Index verlor 80 % und benötigte 15 Jahre, um seine alten Hochs zu überschreiten. Heute verzeichnen viele Aktien aus dem Technologiesektor unnatürlich hohe Gewinnmargen, die in einem Wettbewerbssystem nicht dauerhaft sein können. Nvidia als Beispiel erzielte 2026 eine Nettogewinnmarge von 55 %. Wenn Bewertungen zurechtgestutzt werden, bieten Qualitäts- und Value-Aktien guten Schutz. Ich gehe fest davon aus, dass mein hoher Depotanteil des VanEck Morningstar Developed Markets Dividend Leaders (WKN A2JAHJ) mein Depot stabilisieren wird.
Anmerkung: Hohe Bewertungen sind selten Blasen. Meistens werden hohe Bewertungen über den Zeitverlauf abgebaut. Nvidia läuft seitwärts und das KGV geht zurück.
Crashszenario 3 (Krisen anderer Art): 20 % meines Kapitals liegen derzeit in Cash, Anleihen und Gold. Das gibt mir Flexibilität zu handeln. Während der Corona-Pandemie stiegen Branchen rund um Medizintechnik und E-Commerce. Auch die nächste Krise wird Chancen bieten.
