Kapitalabsorption der ETF-Vermögen

Schönen Feiertag, liebe Börsianer, was für ein Spektakel! Doch nur wenige Anleger verstehen wohl das große Ganze hinter dem, was hier gerade passiert. Die amerikanischen Techkonzerne absorbieren das Kapital der Welt: SpaceX greift nach 75 Mrd. € per IPO, Alphabet sammelt 80 Mrd. USD ein für KI-Infrastruktur, Anthropic sicherte sich in einer privaten Finanzierungsrunde zuletzt 65 Mrd. USD. Per IPO sollen weitere 80 Mrd. USD folgen.

Das Vermögen von ETF-Anlegern weltweit fließt nach den IPOs direkt in diese neu zugelassenen Aktien. Indexanbieter wie Nasdaq und FTSE Russell haben dafür extra ihre Regelwerke angepasst. US-Risikokapitalgeber und schillernde Köpfe wie Peter Thiel machen derweil Kasse in einem noch nie dagewesenen Umfang. Nicht wenige unserer Politiker werden Schnappatmung bekommen und gegen ETFs wettern, sobald sie das Prinzip erst einmal verstanden haben.

Ich kritisiere nicht, ich beobachte, ich bewundere.

Es ist ein Triumphzug des amerikanischen Börsenkapitalismus. US-Unternehmen sind zu einer Innovationsmaschine geworden, die in noch nie dagewesenem Tempo neue Technologien in die Welt hinausschleudert, von denen wir alle profitieren. Die US-Märkte leisten einen ungemein wertvollen Beitrag dazu, volkswirtschaftliches Kapital effizient zu allokieren. Bitte verzeihen Sie mir diese sperrige Ausdrucksweise, liebe Börsianer, aber hier schlägt mein Herz als Ökonom einfach schneller. Das Geld fließt in die Zukunft. Nicht, weil Politiker es so vorgeben, sondern weil private Investoren den besten Renditechancen folgen.

Unternehmer und Arbeitnehmer erschaffen Wohlstand. In Deutschland vertreibt man beide mit hohen Steuern und überbordender Bürokratie. Dabei bräuchten wir dringend mehr private Investitionen, um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen. Für das Jahr 2026 plant der Bund Investitionen von insgesamt 118 Milliarden Euro. Ein geradezu lächerlicher Betrag im Vergleich zu den Summen der US-Konzerne.

Werde ich Aktien wie SpaceX und Anthropic direkt zum IPO kaufen? Nein, erst einmal nicht. Wenn frühe Investoren, die ihren Einsatz teilweise verhundertfacht haben, jetzt Kasse machen, sagt mir der gesunde Menschenverstand: Nun ist das „dumme Kapital“ an der Reihe. Diese Aktien müssen ihre astronomischen Bewertungen erst einmal verdauen.

Viele Grüße
Simon Betschinger

In eigener Sache: Dies ist mein täglich angedachter Börsengruß, der zuletzt nicht mehr täglich kam. Danke für die Nachfrage, liebe Leser: Mit geht es gut und es freut mich, wenn Sie meine Börsenkommentare vermisst haben.

In Baden-Württemberg sind Pfingstferien und ich war mit der Familie im Urlaub auf Mallorca. Ich mag diese Insel. Mein Lieblings Beach-Restaurant ist das Lila Portals. Man sitzt erhöht mit einem schönen Blick auf den Strand von Portals Nous. Eine kleine felsige Insel im Blickfeld sorgt für eine schöne Atmosphäre. Mein Lieblingsrestaurant in Palma ist das Katagi auf der Dachterrasse des Iberostar-Hotels. Der Ruf eilt diesem Restaurant voraus und es erfüllt die hohen Erwartungen.

Ich arbeite zwar auch im Urlaub täglich 4 Stunden. Für den Börsengruß blieb aber dieses Mal leider keine Zeit. Wir bereiten eine große Inhalteoffensive für die Trader-Zeitung vor. Das Projekt hat nun meine Aufmerksamkeit. Mein Ziel ist es, dass die Marke Trader-Zeitung in 2 Jahren 50 % der Börsianer ein Begriff ist.

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