Guten Morgen, liebe Börsianer! Damit hat Jensen Huang wohl selbst nicht gerechnet: Da präsentiert er auf der GTC-Konferenz eine massive Erhöhung der Planzahlen, doch die NVIDIA-Aktie reagiert kaum.
Kurz am Rande: Ich suche übrigens immer noch einen Bildhauer für eine Jensen-Huang-Statue in meinem Garten. Als Ausdruck meiner Dankbarkeit. Seit ich NVIDIA im Februar 2016 kaufte, konnte ich zuschauen, wie Jensen mein Investment in ein kleines Vermögen verwandelte. Sachdienliche Hinweise zu fähigen Skulpturenbauern bitte an mich!
Doch zurück zum Business. Diese 3 Kernbotschaften von Jensen Huang auf der GTC müssen wir als Anleger kennen:
a) Das 1-Billion-Dollar-Versprechen
NVIDIA erwartet bis 2027 einen Umsatz von über 1 Billion US-Dollar allein durch die Blackwell- und Rubin-Plattformen. Das sprengt die aktuellen Markterwartungen bei Weitem.
Zum Vergleich: Im Fiskaljahr 2027 liegt der Analystenkonsens laut FactSet aktuell bei 360 Mrd. USD, im Folgejahr bei 455 Mrd. USD. Wenn ich meinen Taschenrechner schwinge, komme ich für beide Jahre zusammen auf „nur“ 815 Mrd. USD. Huangs Ankündigung bedeutet also ein sattes Umsatzplus von weiteren 185 Mrd. USD in nur 2 Geschäftsjahren. Bleibt die Profitabilität auf dem derzeitigen Niveau, würde sich das KGV für das kommende Geschäftsjahr rechnerisch auf etwa 15 reduzieren. Für den Giganten des KI-Zeitalters fast schon ein Schnäppchen.
b) Der „ChatGPT-Moment“ der Mobilität
Huang erklärte den „ChatGPT-Moment für autonomes Fahren“ für gekommen. NVIDIA und Uber haben eine tiefgreifende Partnerschaft angekündigt, um das weltweit größte Netzwerk für Level-4-Robotaxis aufzubauen. Das Ziel: Der industrielle Übergang vom menschlichen Fahrer zur autonomen Flotte.
Bereits in der ersten Jahreshälfte 2027 sollen die ersten NVIDIA-betriebenen Robotaxis in Los Angeles und der San Francisco Bay Area über die Uber-App buchbar sein. Bis Ende 2028 soll der Dienst auf 28 Städte weltweit (Nordamerika, Europa, Asien und Australien) ausgeweitet werden.
c) Live auf der Bühne: Die Revolution der Humanoiden
Das Zeitalter der humanoiden Roboter kommt schneller, als wir es uns vorstellen können. In einer beeindruckenden Live-Demo trat Olaf (aus Disneys „Die Eiskönigin“) als kleiner Roboter auf die Bühne und unterhielt sich mit Jensen.
Das Spektakuläre daran: Der Roboter wurde keine einzige Sekunde in der physischen Welt trainiert. Er lernte alles, vom Gleichgewicht halten auf unebenem Boden bis zum Ausweichen von Hindernissen, durch Millionen von Iterationen in der virtuellen Umgebung des NVIDIA Omniverse.
Meine Schlussfolgerung: Ich werde Hotelaktien kaufen. Wenn Roboter übernehmen, könnte der Personalkostenanteil im Hotelsektor von aktuell 35 % auf unter 20 % schrumpfen.
Das Fazit: Warum steigt die Aktie also nicht? Nun ja, die Skepsis am Markt ist spürbar: Wer hat momentan so viel Geld, um in nur zwei Jahren rund eine Billion Dollar für NVIDIA-Systeme auszugeben? Selbst die finanzstarken Big-Tech-Konzerne stoßen allmählich an die Grenzen ihrer Investitionskraft…