Guten Morgen, liebe Börsianer. Am 4. Januar postete Elon Musk auf X: „Wir haben die Singularität erreicht.“ Er bezog sich dabei auf ein Posting des Midjourney-Gründers, der sagte, dass er in den Weihnachtsferien mehr Code geschrieben habe als in den letzten 10 Jahren zusammen. Er nutzte dafür die KI Claude.
Musk bezeichnete 2026 als das Jahr der Singularität, in dem künstliche Intelligenz die menschliche Intelligenz in der Summe übertreffen und eine explosive, selbstbeschleunigende Innovationswelle auslösen werde. Er prognostiziert, dass eine Künstliche Allgemeine Intelligenz (AGI), die kognitive Aufgaben besser als jeder einzelne Mensch lösen kann, spätestens 2026 Realität sein wird.
Als Beleg für den bereits begonnenen Prozess führt er an, dass KI-Tools (wie moderne Coding-Assistenten) die Arbeit von Monaten bereits auf wenige Stunden komprimieren. Musk erwartet einen Übergang in ein „Zeitalter des Überflusses“, in dem Arbeit durch den Einsatz von Robotern (wie dem Tesla Optimus) optional werden könnte.
Sollte die Singularität tatsächlich eintreten, könnte das Wirtschaftswachstum regelrecht abheben und die Börsen in einen regelrechten Kaufrausch versetzen. Momentan sind Tech-Aktien zwar hoch bewertet, aber noch weit entfernt von einer klassischen Blase. Doch wer weiß: Vielleicht stehen wir erst am Anfang einer historischen Rallye, bei der die Bewertungen jegliche Bodenhaftung verlieren.
Als Börsianer verfolge ich im Hinblick auf ein mögliches Eintreten der Singularität zwei Grundsätze:
1. Ich bin bei allen großen Tech-Konzernen investiert, die die KI-Revolution tonangebend vorantreiben: Alphabet, Microsoft, NVIDIA, Oracle, Amazon…
2. Eiserne ETF-Allokation: Ich halte in meinem Investment-Depot eine ETF-Allokation, die niemals zur Disposition steht. Niemals, auch nicht in einer schweren Krise.
Ich kenne Anleger, die ihre ETFs während der Corona-Pandemie aus purer Panik verkauft haben. Doch die Wahrheit ist: Wer am Aktienmarkt agiert, muss einen Drawdown von 40 % emotional aushalten können. Ein solcher Rücksetzer ist keine Ausnahme, sondern im Laufe eines Investorenlebens schlicht unvermeidbar. Die Börsengeschichte ist geprägt von Krisen und Crashs; dieser ewige Zyklus aus Bullen- und Bärenmärkten gehört zur DNA der Märkte und wird niemals enden.
Ein breit gestreuter Welt-ETF bildet das unverzichtbare Fundament für jeden langfristigen Vermögensaufbau. Mit gezielten Einzelaktien lässt sich dieses Basis-Investment anschließend um die nötige Prise Fantasie und zusätzliche Renditechancen ergänzen.
Hinweis in eigener Sache: Auf welche Einzelaktien ich setze, schreibe ich seit über 20 Jahren in meinem journalistischen Börsendienst auf https://mastertraders.de
Viele Grüße
Simon Betschinger