Ruinöses Nash-Gleichgewicht bei den Hyperscalern

Schönes Wochenende, liebe Börsianer. Ein schwarzer Freitag im Techsektor: Intel -29 %, Roblox -17,4 %, AMD -11 %, Dell -11 %. Elon Musk hat mit SpaceX den Investitionskrieg eskaliert, und die Börse erwartet nun, dass es Verlierer geben wird.

Warum gibt es für den Investitionspfad der Hyperscaler kein stabiles Nash-Gleichgewicht, das im Interesse der Aktionäre ist? Die ausufernde Schuldenfinanzierung schickt die Aktienkurse auf Talfahrt. Eine Verlierer-Verlierer-Situation für alle Beteiligten.

Im Film A Beautiful Mind wird das Nash-Gleichgewicht in einer berühmten Barszene erklärt. John Nash (gespielt von Russell Crowe) sitzt mit vier Freunden zusammen. Plötzlich betritt eine Gruppe Frauen die Bar. Eine besonders attraktive Blondine zieht die Aufmerksamkeit sämtlicher Männer auf sich. Nash überlegt:

Strategie A: Alle Männer versuchen, die Blondine kennenzulernen. Sie konkurrieren miteinander und stehen sich gegenseitig im Weg. Am Ende bekommt möglicherweise keiner die Blondine.

Strategie B: Nachdem sie bei der Blondine gescheitert sind, sprechen sie ihre Freundinnen an. Doch diese fühlen sich als zweite Wahl und lehnen ebenfalls ab.

Strategie C: Die Männer verzichten von Anfang an auf die Blondine und sprechen stattdessen jeweils eine ihrer Freundinnen an. Niemand steht dem anderen im Weg. Alle haben gute Erfolgsaussichten.

Nash erkennt, dass es nicht unbedingt zum besten Ergebnis führt, wenn jeder ausschließlich seinen eigenen Vorteil verfolgt. Er stellt damit die vereinfachte Interpretation von Adam Smiths berühmter Idee infrage, dass individuelles Eigeninteresse immer das Gemeinwohl maximiert.

Warum streben Amazon, Meta, Alphabet und Microsoft kein langsameres Tempo beim Ausbau der KI-Infrastruktur an, das die Börsenwerte steigen lässt? Die Antwort lautet: SpaceX und Elon Musk. Elon ist der Typ, der versucht, die attraktive Blondine kennenzulernen.

SpaceX verfolgt den aggressivsten Ausbauplan für KI-Rechenzentren überhaupt. Im Earnings-Call vom 20. Oktober 2026 kündigte Elon Musk an, die Rechenkapazität bis Ende 2027 auf mindestens 13 Gigawatt steigern zu wollen. Gleichzeitig stellte er einen annualisierten Jahresumsatz von 500 Milliarden bis 1 Billion USD bis Ende 2027 in Aussicht.

Musk eskaliert den Ausbau von Computing-Kapazitäten. Microsoft und Alphabet müssen nachziehen. Aber die einbrechenden Kurse bei den KI-Ausrüstern signalisieren, dass die schuldenfinanzierte Investitionsspirale einbrechen wird.

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