Schönen Abend, liebe Börsianer. In nur 4 Handelstagen hat die Robinhood-Aktie um +26 % zugelegt. Auslöser war eine Randnotiz in einer Pressemitteilung. Ein Jahr nach dem Start wurden im neuen Geschäftssegment „Prediction Markets“ 9 Milliarden Kontrakte gehandelt. 1 Million Robinhood-Kunden haben die neue Handelsmöglichkeit an den „Prognosemärkten“ bereits genutzt.
Bei der Größenordnung wurde ich stutzig. Kann das sein? Aber tatsächlich. In der Original-Pressemitteilung von Robinhood steht: „Just one year since launch, 9 billion contracts have been traded by more than 1 million Robinhood customers.“
Keine andere Produktlinie wächst so schnell. Robinhood gründet nun mit Partnern eine eigene Börse, um die Prognosemärkte stark auszubauen. Ich nenne drei Beispiele für Ereignisse, auf die man wetten kann:
- Wird die Fed die Zinsen um 25 oder 50 Basispunkte senken?
- Werden die Packers gegen die Lions gewinnen?
- Wird es zwischen Russland und der Ukraine noch 2025 einen Waffenstillstand geben?
Bei den „Prediction Markets“ handelt es sich also um börsennotierte Wetten. Das Wettgeschäft hat einen schlechten Ruf. Man assoziiert es mit Glücksspiel, Sucht und gescheiterten Existenzen. Der Begriff der Prognosemärkte hingegen stammt aus der akademischen Forschung. Wissenschaftler wollen die Effizienz von Märkten nutzen, um den Ausgang von Ereignissen wie Wahlen effektiv vorherzusagen.
Es ist ein unternehmerischer Geniestreich, Wetten nicht mehr Wetten zu nennen, sondern dem Geschäft einen Mantel von Seriosität umzuhängen.
Die Robinhood-Aktie ist derzeit die einzige Aktie in meinem fokussierten Investing-Depot. Ich bin 192 % im Plus und werde zunächst weiter dabeibleiben. Das Marktpotenzial für das neue Geschäftsfeld ist riesig. Robinhood hat 27,1 Millionen Kunden. Wenn 20 % davon in zwei Jahren neben Börsengeschäften an den Prognosemärkten tätig werden, kann Robinhood perspektivisch jährlich zwischen 50 und 100 Milliarden Transaktionen abwickeln. Umsätze und Gewinne dürften durch die Decke gehen. Ich freue mich drauf.