Oracle nach -50 % wieder kaufenswert und was NVIDIA damit zu tun hat.

Guten Morgen, liebe Börsianer. Die Tech-Werte wackeln, der Markt läuft sich oben fest und die Anleger flüchten in Bewährtes: Gold führt die Assetklassen an, Coca-Cola und McDonald’s glänzen als sichere Häfen.

Besonders hart traf es Oracle. Noch im September kostete die Aktie fast 350 Dollar, gestern gab es sie zum halben Preis. Was ist da los?

Oracle hat im letzten Quartalsbericht einen gigantischen hohen Auftragsbestand von 523 Mrd. USD für seine Cloud-Infrastruktur gemeldet. Ein Großteil davon stammt von OpenAI. Damit hängt Oracles Zukunft auch maßgeblich am Erfolg von ChatGPT.

Jedoch: Seit der Veröffentlichung von Gemini 3 durch Alphabet zweifelt die Wall Street laut daran, ob der Business Plan von ChatGPT aufgeht.

Um die Kapazitäten aufzubauen, investiert Oracle massiv in KI-Rechenzentren. Das Kapazitätsaufbau kommt gut voran. Im letzten Quartalsbericht steht: „Wir haben bereits mehr als die Hälfte der 72 Oracle Multicloud-Rechenzentren fertiggestellt, die in die Clouds von Amazon, Google und Microsoft integriert werden sollen.“

Es bleibt das Problem: Oracle tätigt heute Investitionen, die sich erst in drei Jahren so richtig auszahlen sollen. Der Gewinn soll sich vom Geschäftsjahr 2027 bis 2029 mehr als verdoppeln auf über 45Mrd. USD. Letztes Geschäftsjahr landete Oracle erst bei 12,4 Mrd. USD Nettogewinn. Einige Anleihehalter sind nervös und haben Kreditausfallversicherungen gekauft. Die CDS-Prämien steigen.

Ich mache mir keine Sorgen um die Finanzkraft von Oracle und OpenAI. Finanziell Schützenhilfe für die Weiterentwicklung von ChatGPT kommt von NVIDIA. Und NVIDIA schwimmt in Geld.

NVIDIA hat bei KI-Chips einen Marktanteil von etwa 80%. Was machen Marktführer, wenn sie auf derselben Wertschöpfungsstufe Dominanz erreicht haben? Sie expandieren vertikal, um sämtliche Wertschöpfungsstufen ihrer Industrie abzudecken.

Im September 2025 unterzeichnete NVIDIA eine Absichtserklärung 100 Milliarden USD in OpenAI investieren zu wollen. Und OpenAI, die von NVIDIA finanziert werden, hat Cloudverträge im Umfang von etwa 300 Mrd. USD mit Oracle abgeschlossen. Letztendlich ist NVIDIA nun auch eng mit dem Schicksal von ChatGPT verflochten.

Manche nennen es Zirkelgeschäft. Ich halte eher für eine vertikale Integration der gesamten Wertschöpfungskette. NVIDIA sichert sich den Zugang zum Endkunden.

Jensen Huang folgt damit dem Drehbuch des großen John D. Rockefeller: erst Monopol im Raffineriemarkt, dann Integration der gesamten Ölindustrie von Quellen über Pipelines und Transport bis zum Endkunden.

Meine Einschätzung zur Oracle-Aktie: Ich kaufte Oracle im März 2023 und bin noch etwa 100 % im Plus. Ich gehe davon aus, der Oracle im Jahr 2030 einer der wichtigsten Cloudanbieter für den Betrieb von Künstlicher Intelligenz sein wird und bleibe investiert. Wer an den Erfolg von ChatGPT glaubt, bekommt aktuellen einen der potenziellen Schlüsselspieler der KI-Revolution zu einem deutlich reduzierten Kurs.

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