NVIDIA rettet die deutsche Autoindustrie

Guten Morgen, liebe Börsianer. Die BMW-Aktie zieht plötzlich an und damit schrumpfen auch meine Sorgen rund um mein BMW-Investment. Das Minus seit meinem Einstieg liegt nur noch bei –5 %. Offenbar wirkt das Verbrenner-Aus wie ein Kurstreiber. Doch der eigentliche Grund, warum sich die langfristigen Perspektiven aufhellen, ist ein anderer: NVIDIA hat eine lizenzierbare Plattform für autonomes Fahren auf Level 4 vorgestellt.

Wer in eine Value-Aktie investiert, kauft sich fast immer ein Problem ein. BMW wird mit einem KGV von 8 bewertet. Niedrige KGVs und hohe Dividendenrenditen bekommt man nur, wenn ein Geschäftsmodell vor großen Herausforderungen steht. Das große Kurspotenzial entsteht dann, wenn sich diese Sorgen später als überzogen herausstellen.

Eine der größten Bedrohungen für die deutschen Autobauer war bislang, den Sprung zum autonomen Fahren aus eigener Kraft nicht rechtzeitig zu schaffen. Wenn Tesla flächendeckend autonomes Fahren in seinen Modellen integriert, wird das zu einem dominierenden Wettbewerbsvorteil, vielleicht dem entscheidenden.

Und Tesla FSD funktioniert. In Deutschland kann man Probefahrten buchen. Das Technologieportal Heise schreibt nach einem Test in Hamburg: „Noch hat das System in Europa keine Zulassung, doch eine Proberunde mit Teslas FSD in Hamburg zeigt das Potenzial: Ein Model 3 fährt allein souverän.“

In dieser Situation kommt NVIDIA ins Spiel: Der Konzern hat vergangene Woche eine Hardware- und Softwareplattform vorgestellt, die es jedem Autohersteller ermöglicht, autonomes Fahren umzusetzen, ohne jahrelanges und teures Technologiewettrüsten. Mercedes, BMW, Volkswagen und Co. können nun auf NVIDIA-Technologie setzen, statt alles selbst entwickeln zu müssen.

NVIDIA DRIVE AGX Hyperion 10 ist eine Referenzarchitektur für Rechenleistung und Sensorik. Sie bereitet Fahrzeuge auf autonomes Fahren der Stufe 4 vor und ermöglicht es Herstellern, sichere, skalierbare und KI-gesteuerte Flotten zu entwickeln.

Bereits heute arbeiten Stellantis, Lucid und Mercedes-Benz gemeinsam mit NVIDIA an autonomen Fahrzeugen der Stufe 4, die mit Hyperion 10 kompatibel sind. Aurora, Volvo Autonomous Solutions und Waabi bringen die Technologie zusätzlich in den Güterverkehr.

Ein weiterer Paukenschlag: Uber will ab 2027 zusammen mit NVIDIA seine weltweite Flotte autonomer Fahrzeuge auf 100.000 Fahrzeuge ausbauen.

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