Schönen Nachmittag, liebe Börsianer. Damit hätte Matt Shumer wohl nicht gerechnet, als er am 10. Februar seinen Artikel „Something Big Is Happening“ auf X postete. Der Artikel kommt nach 9 Tagen auf 84,3 Millionen Abrufe und hat 114.000 Likes erhalten.
Sein Artikel ist ein eindringlicher Weckruf. Er beschreibt den Moment, in dem aus einer technologischen Spielerei eine existenzielle Veränderung für die gesamte Arbeitswelt wird. Ich zitiere die wichtigsten Passagen aus seinem Artikel:
„Dann, am 5. Februar 2026, veröffentlichten zwei große KI-Labore am selben Tag neue Modelle: GPT-5.3 Codex von OpenAI und Opus 4.6 von Anthropic. Und es machte „Klick“. Nicht wie bei einem Lichtschalter … eher wie der Moment, in dem man merkt, dass das Wasser um einen herum gestiegen ist und einem nun bis zur Brust steht.
Ich werde für die eigentliche technische Arbeit meines Jobs nicht mehr benötigt. Ich beschreibe in einfachem Englisch, was gebaut werden soll, und es … erscheint einfach.
Ich sage der KI: ‚Ich möchte diese App bauen. Das soll sie können, so soll sie ungefähr aussehen. Überleg dir den User-Flow, das Design, alles.‘ Und sie macht es. Sie schreibt zehntausende Zeilen Code. Dann – und das ist der Teil, der vor einem Jahr noch undenkbar gewesen wäre – öffnet sie die App selbst. Sie klickt sich durch die Buttons. Sie testet die Funktionen. Sie benutzt die App wie ein Mensch. Wenn ihr etwas nicht gefällt, ändert sie es eigenständig. Sie iteriert wie ein Entwickler, fixiert und verfeinert, bis sie zufrieden ist. Erst wenn sie entschieden hat, dass die App ihren eigenen Standards entspricht, kommt sie zu mir und sagt: ‚Sie ist bereit zum Testen.‘ Und wenn ich es teste, ist es meistens perfekt.
Dario Amodei, CEO von Anthropic, sagt, dass wir vielleicht nur noch 1 bis 2 Jahre von dem Punkt entfernt sind, an dem die aktuelle KI-Generation die nächste völlig autonom baut. Forscher nennen das eine Intelligenzexplosion. Und die Leute, die es wissen müssen, glauben, dass der Prozess bereits begonnen hat.
Amodei hat ein Gedankenexperiment: Stell dir vor, 2027 taucht über Nacht ein neues Land auf. 50 Millionen Bürger, jeder einzelne klüger als jeder Nobelpreisträger, der je gelebt hat. Sie denken 10- bis 100-mal schneller als Menschen. Sie schlafen nie. Sie können das Internet nutzen, Roboter steuern und alles Digitale bedienen. Was würde ein Sicherheitsberater sagen? Er würde sagen: ‚Das ist die größte Bedrohung für die nationale Sicherheit, die wir je erlebt haben.‘
Gleichzeitig ist das Potenzial gewaltig: Wir könnten ein Jahrhundert medizinischer Forschung in ein Jahrzehnt komprimieren. Krebs, Alzheimer, das Altern selbst – Forscher glauben ernsthaft, dass dies noch zu unseren Lebzeiten lösbar ist.“
Wir Börsianer erleben es hautnah mit, dass etwas Unheimliches im Anmarsch ist. Der kollektive Absturz etablierter Softwarekonzerne wie Salesforce, SAP oder Intuit zeigt, dass eine neue Intelligenz die Wirtschaftswelt betreten hat, die uneinnehmbar geglaubte Burgen nun niederreißen kann. Gleichzeitig flüchten Investoren in die grundlegenden Wertschöpfungsketten der realen Welt: zum Beispiel in Deere, den Hersteller landwirtschaftlicher Maschinen.
Ich gehe gerade jede einzelne Position in meinem Portfolio durch und stelle laut die Frage: Wird dieses Unternehmen im neuen KI-Zeitalter noch Bestand haben? Ich werde berichten …
Hier ist der Link zum großartigen Artikel von Matt Shumer: