Schönes Wochenende, liebe Börsianer. Letzte Woche war ich hin- und hergerissen zwischen Euphorie und Frustration. Euphorisch bin ich angesichts der vielfältigen neuen Möglichkeiten, die Gemini 3 bietet. Frustriert bin ich darüber, dass man als Anleger, der heute startet, diesen neuen technologischen Quantensprung kaum sinnvoll im Depot abbilden kann.
Die Leute fragen mich häufig, wie sie von der KI-Revolution profitieren können. Vor zwei Jahren war die Frage einfach zu beantworten, aber heute sind die Spezialtitel überteuert und es bleiben nur die Tech-Giganten übrig. In den amerikanischen Tech-Konzernen wie Alphabet oder Amazon long zu sein, ist für mich als Börsianer weiterhin Pflicht. Diese Firmen werden auch die nächsten 10 Jahre prägen.
Die meisten spezialisierten Aktien, die von der KI-Revolution profitieren, wirken mittlerweile überteuert. Broadcom ist der Chipdesigner, der mit Alphabet die Tensor Processing Units (TPUs) entwickelt hat und mit denen man nun das NVIDIA-Monopol knacken konnte. Aber diese Exzellenz bezahlt man mit einem KUV von 29 und einem KGV von 58. Bei dieser extrem hohen Bewertung mache ich keine neuen Positionen auf. Im Aktien-Realgeld-Musterdepot sind wir mit Broadcom 600 % im Plus. Wir genießen die Rally, wir verkaufen auch nicht, aber wir würden uns nicht neu positionieren.
Ähnlich abgehoben sind die Bewertungen bei den Newcomern aus der zweiten Reihe. MongoDB stellt eine perfekte Datenbank für das KI-Zeitalter bereit. Bei TraderFox arbeiten wir ebenfalls mit dieser Datenbanktechnologie. MongoDB ist großartig. Die Datenbank ist, vereinfacht gesagt, einfacher, schneller und besser als der MySQL-Standard aus den Anfängen des Internets. Firmen, die ihre eigenen Daten nutzen möchten, um KI-Systeme zu trainieren, wählen MongoDB. Der Umsatz soll sich bis 2029 annähernd verdoppeln.
Aber für die MongoDB-Aktie muss ich eine 14-fache Umsatzbewertung auf den Tisch legen. Das schreckt mich als Anleger ab, und es ist mehr als eine Intuition. In zahlreichen Portfolio-Backtests können wir zeigen, dass Portfolios schlecht abschneiden, die sich regelbasiert in den teuren Wachstumsaktien des Marktes einkaufen. Ich nenne diese Aktien gerne KUV-Monster, und eine Faustregel für Anleger lautet: Vorsicht vor KUV-Monstern. Von zehn KUV-Monstern startet eine durch, aber die neun anderen stürzen ab.
Genug gejammert, morgen nenne ich spannende Aktien, die ich als chancenreich betrachte.