Guten Morgen, liebe Börsianer. 5 % meines Vermögens liegen in Gold-ETFs. Ich habe erst spät mit 40 Jahren angefangen, in Gold zu investieren. Früher hielt ich es wie Warren Buffett. Buffett investierte nicht in Gold, weil es ein unproduktives Asset ist, das keine Zinsen, Dividenden oder Gewinne erwirtschaftet. Aus 5 Gründen handhabe ich es nun anders:
Die historische Rendite
Seit der Euro-Einführung konnte Gold knapp 11 % pro Jahr gegenüber dem Euro zulegen. Seit dem faktischen Ende des Bretton-Woods-Systems durch die Aufhebung der Goldkonvertibilität des US-Dollars am 15. August 1971 liegt die durchschnittliche jährliche Rendite von Gold in US-Dollar bei rund 9 %.
Die Knappheit
Nach den neuesten Daten des World Gold Council wurden bis Ende 2025 rund 220.700 Tonnen Gold oberirdisch angesammelt – also Gold, das irgendwann einmal gefördert wurde und sich heute in Schmuck, Barren, Münzen, ETFs, Zentralbankreserven usw. befindet. Das gesamte jemals geförderte Gold würde in einen Quader mit einer Seitenlänge von 22 Metern passen. Die jährliche Minenproduktion liegt unter 4.000 Tonnen. Experten rechnen mit einer sinkenden Förderung ab den späten 2030er-Jahren.
Das Geldmengenwachstum
Die Geldmenge M2 lag im Juni 1971 bei rund 673 Mrd. USD. Im Juni 2026 erreichte M2 einen Wert von etwa 23,15 Billionen US-Dollar. Das entspricht einer Zunahme um 3.558 % bzw. einem Wachstum von durchschnittlich 6,6 % pro Jahr. In China liegt die Wachstumsrate der Geldmenge derzeit sogar bei über 7 %. Langfristig besteht eine Abhängigkeit zwischen Goldpreis und Geldmengenwachstum, wie ökonometrische Analysen zeigen.
Steuerfreiheit nach einem Jahr
Der ETC Euwax Gold Core (WKN EWG4CR) bietet enge Spreads bei jährlichen Kosten von 0,25 % pro Jahr. Er ist zu 100 % durch physisches Gold besichert. Bei einer Veräußerung nach 12 Monaten Haltedauer werden in der Regel keine Steuern abgezogen, schreibt der Emittent auf seiner Website.
Die große Portfolioumschichtung
Nur ein sehr kleiner Bruchteil des gesamten Anlagekapitals von US-Anlegern ist in Gold investiert; der durchschnittliche Anteil liegt je nach Messung bei unter 1,5 Prozent. Börsengehandelte Goldfonds (ETFs) machen in privaten US-Finanzportfolios oft nur etwa 0,17 Prozent aus.
Mein Fazit: Weil Gold über ETFs und ETCs sehr einfach gekauft werden kann, gehe ich davon aus, dass der Goldanteil steigen wird. Treiber dafür sind erstens die gute historische Performance sowie der Kausalzusammenhang zur steigenden Geldmenge. Ein kurzfristiger Trigger ist die hohe US-Staatsverschuldung, die zu einer neuen Risikobewertung von Staatsanleihen führt. Ein höherer Goldanteil ist die logische Alternative.
