Schönes Wochenende, liebe Börsianer. Hier ist mein erster Börsengruß im Jahr 2026. Bitte verzeihen Sie mir, liebe Börsianer, wenn ich nicht euphorietrunken, sondern sorgsam schreibe. Wenn wir darüber nachdenken, was uns das Börsenjahr 2026 bringen wird, dann ist die erste plausible Denk-Leitplanke, dass die Konsenserwartungen nicht in Erfüllung gehen werden.
Ken Fisher hat diese wunderbare Erkenntnis in seinen Büchern zu Papier gebracht. Für Fisher sind Konsensprognosen nützlich, um zu wissen, was nicht passieren wird. Wenn der Optimismus extrem hoch ist, sieht er darin eher ein Warnsignal; herrscht extremer Pessimismus (wie z.B. Anfang 2023), sieht er darin oft eine Kaufgelegenheit, da selbst leicht positive Nachrichten die Kurse stark antreiben können.
Ken Fisher bezeichnet den Aktienmarkt häufig als den „Großen Erniedriger“. Diese Bezeichnung unterstreicht seine Überzeugung, dass der Markt darauf ausgerichtet ist, die Mehrheit der Anleger so oft wie möglich in die Irre zu führen und zu demütigen. Dies geschieht laut Fisher vor allem dadurch, dass der Markt Konsensmeinungen bestraft: Sobald eine bestimmte Erwartung (der Konsens) allgemein akzeptiert wird, sorgt der Markt oft für eine gegenteilige Entwicklung, um diejenigen zu „erniedrigen“, die sich zu sicher fühlten.
Nun haben Anhänger dieser These das Problem, dass die großen Namen der Investmentwelt eine kräftige Fortsetzung der Rally erwarten:
• Oppenheimer: 8.100. Top-Bulle, setzt auf massive KI-Gewinne.
• Deutsche Bank: 8.000. Sehr optimistisch, erwartet anhaltendes Momentum.
• Morgan Stanley: 7.800. Erwartet Outperformance von US-Aktien.
• Goldman Sachs: 7.600. Fokus auf Gewinnwachstum.
• JPMorgan Chase: 7.500. Optimistisch, sieht Potenzial für >8.000 bei Zinssenkungen.
Ich überlege mir also: Was kann schiefgehen?
In der FAZ lese ich, dass der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping Taiwan erneut gedroht hat. Die „Wiedervereinigung unseres Mutterlandes“ sei nicht aufzuhalten, sagte er. Aus früheren Reden weiß ich, dass Xi Jinping die Wiedervereinigung mit Taiwan noch zu seinen Amtszeiten vollbringen will. Er will in die Geschichtsbücher eingehen.
An den Aktienmärkten ist ein möglicher Kriegsausbruch zwischen China und Taiwan noch nullkommanull eingepreist. 80 % der Produktionskapazitäten von Taiwan Semiconductor befinden sich noch in Taiwan. Die weltweite Chipindustrie und vor allem die KI-Branche sind abhängig von TSMC. Ein Konflikt würde die Aktienkurse von TSMC, NVIDIA und Co. zum Absturz bringen.
Fazit: Meine erste strategische Entscheidung für 2026 / 2027 ist es, Long-Puts weit aus dem Geld mit tiefen Strikes auf TSMC zu kaufen, um mein Depot vor dem Worst Case abzusichern.