Tabelle: Das sind die KGVs nach dem KI-Aktien-Crash

Schönen Sonntag, liebe Börsianer. Geschichten wie diese schreibt nur die Börse. Der Volatilitätsindex VIX verzeichnete den drittstärksten Anstieg seit Beginn seiner Berechnung durch die Cboe. Auslöser war keine Finanzkrise, keine Kreditklemme, keine Pandemie. Sondern die Angst vor einer Regulierung der künstlichen Intelligenz. Das ist ein Novum in der Börsengeschichte.

Wenn es nächste Woche zu den legendären Kapitulations-Gaps zur Handelseröffnung kommt, würde ich nun doch bei einer Chipaktie zugreifen. Ich liebäugle mit Micron. Selbst wenn der Gewinn im kommenden Jahr nur halb so hoch ausfällt wie erwartet, läge das KGV immer noch bei 9. Der Risikopuffer ist beachtlich.

Wie groß die Angst mittlerweile ist, zeigt der Optionsmarkt. Short Puts mit einem Basispreis 100 USD unterhalb des aktuellen Aktienkurses wurden am Donnerstag mit einer annualisierten Stillhalterrendite von 50 % vergütet (4 Wochen Restlaufzeit). Das halte ich für eine faire Risikokompensation.

Nach heftigen Volatilitätsschocks erholten sich die Aktienmärkte in der Regel deutlich. In 17 der 20 untersuchten Fälle verzeichneten die Märkte sechs Monate später eine klar positive Rendite. Wer in der Panik kauft, wird an der Börse häufig belohnt.

Hinzu kommt, dass die Bewertungen mittlerweile wieder vernünftige Niveaus erreicht haben. Die Kollegen von J.P. Morgan Asset Management beziffern das erwartete KGV des S&P 500 auf 17,7. Der Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre liegt bei 17,2. Von einer außergewöhnlich hohen Bewertung kann damit kaum noch die Rede sein.

Wir Ökonomen suchen derzeit noch mit der Lupe nach Spuren der KI-Revolution in den Makrodaten. Eigentlich müsste sich die zunehmende Nutzung künstlicher Intelligenz irgendwann in einer höheren Arbeitsproduktivität oder einem steigenden Umsatz je Mitarbeiter niederschlagen. Wenn Unternehmen durch KI nicht produktiver werden, stellt sich schließlich die Frage nach dem wirtschaftlichen Nutzen dieser Technologie. Ein ermutigendes Signal kommt aus den USA. Dort stieg die Arbeitsproduktivität im dritten Quartal um 3,6 %.

Die angehängte Tabelle erzählt wie Mr. Market die Zukunft sieht:

  • Die Hyperscaler werden das ruinöse KI-Investitionswettrennen gewinnen.
  • Neocloud-Anbieter wie CoreWeave werden keine Chance haben.
  • Im Chipsektor (vor allem bei Speicherchips) wird es Überkapazitäten geben.
  • Die Zukunft der KI-Rechenzentren liegt im Weltall

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