Schönen Sonntag, liebe Börsianer. In 10 Jahren wird KI tief in unserer Gesellschaft verankert sein. Das bedeutet gleichzeitig, dass unser Energiebedarf exponentiell wachsen wird. NVIDIA-CEO Jensen Huang formuliert es folgendermaßen: „Die Menge an Energie, die wir fürs Rechnen benötigen, ist wahrscheinlich 1.000-mal größer als die, die wir derzeit haben.“
Vieles deutet darauf hin, dass Solarenergie in Kombination mit Energiespeichern bei der nächsten Ausbaustufe von KI-Rechenzentren eine Schlüsselrolle spielen wird. Die Stromgestehungskosten für neue Freiflächen-Solarkraftwerke im US-Sonnengürtel (etwa in Texas, Kalifornien, Arizona oder Nevada) gehören mit 4 bis 6 Cent pro kWh zu den weltweit niedrigsten.
Ein KI-Rechenzentrum verlangt nach einer Ausfallsicherheit von 99,99 % rund um die Uhr. Da Solaranlagen nachts pausieren, können sie die Grundlast nicht allein tragen. Riesige Lithium-Ionen-Batteriespeicher müssen daher die tagsüber erzeugten Spitzen abfangen, um die Rechenzentren durch die Nacht zu bringen. Das treibt die Kosten im Schnitt allerdings um rund 2,5 US-Cent pro kWh nach oben.
An der Börse rückt derzeit die Aktie von Nextpower (WKN A3D5CW, Börsenwert: 21,5 Mrd. USD) mit einer starken Performance ins Rampenlicht. Erst letzte Woche verkündete das Management den Einstieg in den Markt für kombinierte Solar- und Speicherlösungen speziell für KI-Rechenzentren.
Nextpower wandelt sich damit geschickt vom reinen Tracker-Hersteller zum Anbieter einer Art Betriebssystem für große Solarparks.
Die Firma verkauft nicht primär Solarmodule, sondern die Infrastruktur darunter und darum herum: Solar-Tracker, elektrische Balance-of-System-Komponenten, Software und zunehmend Robotik.
Tracker drehen die Solarmodule im Tagesverlauf zur Sonne. Dadurch steigt der Stromertrag. Nextpower gilt hier als Marktführer: Laut einer Branchenmeldung nannte das Unternehmen für 2024 28,6 GWdc an Tracker-Lieferungen und einen globalen Marktanteil von 26 %.
Dieser Marktanteil dürfte dank moderner Robotersysteme weiter steigen. Die autonomen Helfer fahren durch die Solarparks und prüfen die Module mittels Kameras, Wärmebildtechnik und KI. Sie erkennen Hotspots, Glasbruch, Verschmutzungen, elektrische Auffälligkeiten oder mechanische Probleme vollautomatisch.
Durch die Übernahme von Amir Robotics hat sich Nextpower zudem eine leichte, wasserfreie Roboter-Reinigungstechnologie gesichert. Diese ist für den täglichen Einsatz in Großprojekten konzipiert, um Ertragsverluste zu minimieren. Für staubige Wüstenregionen ist das ein echter Game Changer. Laut Nextpower kommt das System bereits an mehreren kommerziellen Standorten erfolgreich zum Einsatz.