Schönes Wochenende, liebe Börsianer. In den letzten 12 Monaten hat die Alphabet-Aktie um beeindruckende 142 % zugelegt, während Microsoft einen leichten Rückgang von 3 % verzeichnete. Die Wall Street hat Microsoft kurzerhand zusammen mit vielen anderen Softwaretiteln in die Schublade der „KI-Verlierer“ gesteckt.
An der Börse läuft aktuell eine große Wette, an der sich jeder Anleger beteiligen kann: Mr. Market behauptet felsenfest, dass Softwarefirmen die generative KI-Revolution nicht überleben oder nur noch als Schatten ihrer selbst existieren werden.
Wenn Adobe mit einem KGV von gerade einmal 10 bewertet wird – obwohl das Unternehmen bis 2030 rund 25 % der umlaufenden Aktien zurückkaufen will –, bedeutet das im Klartext: Mr. Market streicht die Terminal Values der Softwarebranche zielstrebig Richtung Null zusammen.
Die CEOs der Softwarekonzerne stimmen jedoch ein ganz anderes Lied an: „KI-Integrationen machen unsere Produkte noch besser, und wir werden zukünftig neue, nutzungsbasierte Einnahmequellen erschließen.“
Die jüngsten Quartalsberichte bestätigen diese optimistische Sichtweise. Figma meldete am Donnerstag ein starkes Umsatzwachstum von 46 % – und bereits 60 % aller Großkunden nutzen das KI-Tool „Figma Make“.
Auch monday konnte positiv überraschen und wächst beim Umsatz um 24 %. Der CEO betont stolz: „Die Einführung der AI Work Platform und unsere Umstellung auf ein verbrauchsabhängiges Preismodell bauen unmittelbar auf dieser Dynamik auf. Da KI immer mehr Aufgaben für unsere Kunden übernimmt, wächst unser Geschäft parallel dazu.“
Aber zurück zu Microsoft: Der Konzern zählt über 450 Millionen Kunden. Windows und die Office-Tools rund um Word, Excel, Teams, Outlook und SharePoint bilden das Fundament fast jedes Unternehmens weltweit. Meine überspitzte Wette lautet daher: Niemand wird wegen KI auf dieses elementare Basis-Setup verzichten.
Auf der Chancenseite stehen massive Investitionen in Höhe von 180 Mrd. USD, die zum Großteil in die KI-Infrastruktur und zukünftige Monetarisierungsmodelle fließen. Noch mag der AI Copilot nicht restlos überzeugen – in zwei Jahren wird er es aber tun (so meine Annahme). Dann lassen sich autonome, agentische Workflows nahtlos in der bestehenden IT-Architektur orchestrieren.
Selbst die bisherige, noch ausbaufähige Version des Copilots hat Microsoft bereits 20 Millionen Mal verkauft. Das Upselling-Potenzial ist gigantisch. Ich bin in die Microsoft-Aktie investiert und gehe davon aus, dass sie im Jahr 2027 stramm gen 600 USD marschieren wird.