Ein kluger Gedanke zur Gold-Rally

Guten Morgen, liebe Börsianer. Gold kennt nur einen Weg: immer höher und höher. Heute schnuppert das Edelmetall an der Preismarke von 4.700 USD. Die neuen Zoll-Eskapaden von Donald Trump rund um Grönland treiben Anleger in härtere Werte. Gold hat in den letzten 12 Monaten um 130 % zugelegt. Aus meinem „Sicherheitspolster“ wurde ein Performancetreiber.

Einen klugen Gedanken zum Debasement Trade habe ich von Nikolaos Panigirtzoglou gelesen. Er schreibt, dass die Goldpreisrally nicht auf Gier basiert, sondern auf Angst. In seinen Berichten (insbesondere ab Ende 2024 und verstärkt in 2025) beschreibt Nikolaos Panigirtzoglou, Managing Director bei JPMorgan, den „Debasement Trade“ als eine fundamentale Reaktion von Investoren, um sich gegen die Entwertung der traditionellen Fiat-Währungen zu schützen.

Diese Entwertung kann durch hohe Staatsdefizite, expansive Geldpolitik oder wachsende Sorgen über die Währungsstabilität entstehen. Panigirtzoglou betont, dass dieser Trade nicht aus klassischer Gier (Spekulation) entsteht, sondern aus Angst. Investoren sorgen sich besonders in den USA um die zunehmende Staatsverschuldung, die langfristig als unhaltbar gilt. Die Befürchtung ist, dass die Fed die Zinsen senken und die Geldmenge durch Anleihenkäufe ausweiten muss, um den Staat zu stützen, selbst wenn die Inflation noch zu hoch ist.

Gut zu wissen: Debasement bezeichnet ursprünglich die Münzverschlechterung. Die römischen Kaiser standen vor ähnlichen Problemen wie unsere Nationen heute: riesige Ausgaben für das Militär, prestigeträchtige Bauprojekte und eine aufgeblähte Verwaltung bei gleichzeitig leeren Staatskassen. Da sie keine modernen Zentralbanken hatten, nutzten sie die Münzverschlechterung.

Der römische Denar bestand zu Zeiten von Augustus fast aus reinem Silber (ca. 95–98 %). Um den Wiederaufbau Roms nach dem großen Brand zu finanzieren, senkte Kaiser Nero den Silbergehalt auf etwa 90 %. Unter Kaisern wie Gallienus sank der Silberanteil schließlich auf unter 5 %.

Interessanterweise stellt Panigirtzoglou fest, dass der Debasement Trade primär „retail-led“ ist, also von Privatanlegern und Family Offices vorangetrieben wird. Er beobachtete, dass Zuflüsse in Gold-ETFs und Bitcoin massiv stiegen, während Investitionen in Goldminen-Aktien zurückblieben.

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