Frohe Weihnachten, liebe Börsianer. Ich wünsche Ihnen ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest. Zum bevorstehenden Jahreswechsel nimmt der Goldpreis noch einmal an Fahrt auf und notiert so hoch wie niemals zuvor. Seit Jahresanfang ist Gold um atemberaubende 70 % gestiegen.
Wer seiner Frau zu Weihnachten Schmuck schenken wollte, dürfte beim Juwelier ungläubig auf das Preisschild geblickt und sich gefragt haben: Was ist da eigentlich mit dem Goldpreis passiert?
Der jüngste Höhenflug hat einen klaren Auslöser (Pivotal Point). Im Mai 2025 entzog Moody’s den USA ein Stück ihrer Kreditwürdigkeit und stufte die Bonität von der Bestnote „Aaa“ auf „Aa1“ herab. Das hat die Goldpreisrally weiter angeheizt.
Denn die US-Staatsverschuldung wächst längst außer Kontrolle. 2024 erreichte sie rund 35,8 Billionen US-Dollar, für 2025 sind bereits etwa 38,3 Billionen prognostiziert. Das Haushaltsdefizit liegt bei 6,4 % des BIP, die Schuldenquote bei über 122 %. Die Zinszahlungen haben die Marke von einer Billion US-Dollar überschritten. Tendenz steigend.
An eine fiskalische Kehrtwende ist nicht zu denken. Donald Trump setzt die expansive Ausgabenpolitik seines Vorgängers Joe Biden fort und verzichtet auf Haushaltsdisziplin. Im kommenden Jahr will er zudem einen loyalen Vertrauten an die Spitze der Fed setzen, mit dem klaren Auftrag: Zinsen senken, Anleihen kaufen, Geld drucken.
Hedgefonds-Legende Ray Dalio bringt es auf den Punkt. Er spricht von einem „Debasement-Trade“: Gold steigt nicht aus Euphorie, sondern aus Misstrauen. Misstrauen gegenüber Papiergeld, gegenüber Staatsfinanzen und gegenüber dem gesamten Finanzsystem.
Nun lässt sich rückblickend sagen, dass die Bonitätsabstufung von US-Staatsanleihen durch Moody’s im Mai gigantische Geldströme in Gang gesetzt hat. Die wohlhabenden Familien der USA überdenken ihre Portfolio-Allokation neu und erhöhen den Goldanteil.
Selbst Jamie Dimon, CEO von JPMorgan und wahrlich kein Gold-Prediger, wagte im Oktober in Washington eine bemerkenswerte Prognose: In diesem Umfeld seien Goldpreise von 5.000 bis 10.000 US-Dollar keineswegs ausgeschlossen.
Gut zu wissen: Gold-ETCs sind steuerfrei, wenn sie physisch besichert sind, eine Auslieferungsoption bieten und die Anteile länger als 12 Monate gehalten werden. Dann fallen Gewinne unter die steuerfreie Spekulationsfrist für private Veräußerungsgeschäfte, ähnlich wie bei physischem Gold.
Das trifft zum Beispiel auf folgende ETCs zu:
Xetra-Gold (WKN A0S9GB)
Euwax Gold 2 (WKN EWG2LD)
WisdomTree Physical Swiss Gold (WKN A1DCTL)
Merry Christmas!
Simon Betschinger
Dies ist mein täglicher Börsengrüß. Ich bin Journalist, ich bin kein Empfehlungsgeber. Ich recherchiere und informiere über mein Vorgehen. Insbesondere mein heutiger Artikel ist nicht als Kaufempfehlung für Gold zu verstehen. Ich kaufte Gold-ETCs bereits im Mai. Ich weiß nicht, ob Gold nach der starken Rally noch ein gutes CRV bietet.