Schönen Samstag, liebe Börsianer. Ich werde häufig auf Aktien angesprochen. Ich sage dann immer, dass ich keine Tipps gebe, aber dass ich gerne über meine eigenen Depotwerte erzählen kann.
Börsengespräche sind ein heißes Pflaster. Es kann gut sein, dass mein Gegenüber die Aktien, über die ich spreche, selbst kauft. Wenn es schiefgeht, wird er den Verlust immer mit mir in Verbindung bringen.
In Deutschland sind Börsengespräche ohnehin sensibel. Die Leute reagieren schnell gereizt. Schwärme ich etwa von Tesla oder den Fortschritten bei FSD, sehe ich nicht selten entsetzte Blicke. Elon Musk ist hierzulande ein emotionales Minenfeld.
Also habe ich mir einen simplen Grundsatz auferlegt: Ich spreche nur über die Positionen, bei denen ich mich auf der Risikoseite wirklich wohlfühle. Aktien, bei denen neue Allzeithochs eher eine Frage des Wann als des Ob sind.
Hier zwei kurze Beispiele für solche „Schlaf-gut-Aktien“ in meinem Depot:
McDonald’s
Warum ist McDonald’s so erfolgreich geworden? Ein zentrales Element der Restaurant-Strategie war die Erschaffung einer Atmosphäre, in der sich jeder wohlfühlt. In einer Filiale begegnen sich Kinder, Anwälte, Managerinnen, Schülergruppen, Bettler, Bauarbeiter und Familien. Alle unter einem Dach. Und es funktioniert.
McDonald’s wächst global weiter stark. Bis 2027 sollen weltweit 50.000 Restaurants bestehen, eine Erhöhung von etwa 25 % gegenüber 2023. Großes Potenzial verspricht eine steigende Küchenautomatisierung in den Restaurants. Die Outputsteigerung wird über Delivery-Dienste monetarisiert.
Bei McDonald’s halte ich Aktien und langlaufende Anleihen (5,6 % Rendite). Ich sehe wenig Risiko und große Chancen nach 2 Jahren Seitwärtsbewegung.
Stryker
Stryker ist eine sichere Aktie, der ich in den kommenden 5 Jahren sogar enormes Potenzial zutraue. Die Medizintechnik-Firma ist stark im Orthopädie-Segment und zum Beispiel bekannt für Hüft- und Knieprothesen. Die Boomer kommen ins Rentenalter und haben großen Bedarf am Sortiment von Stryker.
Das eigentliche Goldfeld liegt jedoch bei den Operationsrobotern. Während Intuitive Surgical minimalinvasive Eingriffe in Urologie, Gynäkologie oder Viszeralchirurgie besetzt, schiebt sich Stryker in die Pole Position für Hüft- und Knieoperationen per Roboter.
Ich halte das für einen Burggrabenmarkt: Chirurgen bleiben bei den Systemen, auf denen sie geschult wurden und Patienten wählen die Technologie mit den meisten erfolgreichen Eingriffen. Netzwerkeffekt trifft Sicherheitsbedürfnis.
Medizintechnik-Aktien liefen dieses Jahr eher schwach. Auch die Stryker-Aktie kam etwas zurück. Eine gute Einstiegsmöglichkeit, finde ich.