Schönen Sonntag, liebe Börsianer. Ich hoffe, Sie haben die Weihnachtstage gut verbracht. Mein heutiger Börsengruß richtet sich an eine kleine, aber treue Zielgruppe: die Value-Investoren. Für sie habe ich eine Übersicht der besten Dividendenaktien im DAX zusammengestellt.
Beim Investieren in Dividendenwerte ist Vorsicht geboten. Hohe Dividendenrenditen sind oft kein Geschenk, sondern ein Warnsignal. Die klassische Value Trap entsteht dann, wenn eine Aktie billig aussieht, aber die Firma tatsächlich gewaltige fundamentale Probleme hat. Das Ergebnis sind fallende Kurse trotz Dividende. „Cheap for a reason“ eben.
Wer keine Einzelaktien auswählen möchte, kann zum iShares DivDAX UCITS ETF (WKN 263527) greifen. Er bündelt die 15 dividendenstärksten DAX-Werte. Allerdings sollte man sich nichts vormachen: Der DivDAX ist bislang ein Underperformer. Mit ihm kauft man nicht nur Dividenden, sondern auch die strukturellen Probleme des Wirtschaftsstandorts Deutschland gleich mit. Für mich ist dieser ETF daher keine Option.
Überzeugt bin ich dagegen vom Versicherungssektor. Allianz, Münchener Rück und Hannover Rück halte ich alle. Rückversicherer gehören zu den wenigen Branchen, in denen deutsche Konzerne noch echte Weltmarktführer sind mit Preissetzungsmacht, hoher Kapitaldisziplin und robusten Geschäftsmodellen.
Im deutschen Autosektor agiere ich hingegen äußerst selektiv. Volkswagen und Mercedes meide ich. Investiert bin ich ausschließlich in BMW. Der Münchner Konzern setzt konsequent auf Technologieneutralität und hat sich nicht von politischen Stimmungen zu einem überhasteten Umstieg auf Elektromobilität treiben lassen. 82 % der in den ersten neun Monaten verkauften BMWs waren klassische Verbrenner und genau damit erzielte das Unternehmen einen Vorsteuergewinn von rund 8 Milliarden Euro.
Doch BMW verwaltet nicht nur den Status quo. Bis 2027 sollen 40 neue Modelle auf den Markt kommen, darunter eine neue Generation von Elektroautos mit über 800 Kilometern Normreichweite. Der Konzern verbindet operative Stärke mit strategischer Offensive.
An Vonovia denke ich regelmäßig, wenn Politiker wieder einmal über Enteignungen von Wohnungskonzernen nachdenken – besonders lautstark aus Berlin. Ein Blick auf die Realität lohnt: Vonovia stellt in Ballungsräumen über 500.000 Wohnungen zu einem durchschnittlichen Mietpreis von 8,15 Euro pro Quadratmeter bereit. Eine Zwei-Zimmer-Wohnung kostet im Schnitt rund 480 Euro. Die Verwaltung ist digitalisiert, Schäden werden per App gemeldet. Dass der Staat dies effizienter leisten könnte, darf bezweifelt werden.
Die Vonovia-Aktie leidet derzeit unter dem Zinsumfeld. Operativ jedoch bleibt das Geschäftsmodell stabil. Ich halte die Dividende für tragfähig und die Aktie auf dem aktuellen Niveau für kaufenswert.