Über Simon Betschinger
Simon Betschinger lebt mit seiner Familie in Ravensburg in der schönen Bodensee-Gegend. Er ist Gründer und Geschäftsführer der TraderFox GmbH und treibt als Unternehmer zahlreiche Projekte (Diesen unternehmerischen Projekten widmet Simon derzeit seine Zeit) voran. In der Öffentlichkeit ist er vor allem bekannt als Herausgeber des aktien Magazins.
Im September 2025, im Alter von 45 Jahren, fasste Simon Betschinger den Entschluss, (nahezu) täglich bis zu seinem Lebensende einen Börsengruß veröffentlichen zu wollen, um sein Wissen über die Aktienmärkte auf unterhaltsame Art und Weise zu teilen. Ein rein privates Hobby. So entstand dieser Blog. Für einen Künstler ist es die größte Ehre, ein Publikum zu haben. Und für einen Journalisten gibt es kaum etwas Schöneres, als wenn viele Leser seinen Zeilen Aufmerksamkeit schenken.
Simon Betschinger gründete 2008 zusammen mit Martin König die TraderFox GmbH. TraderFox startete als Softwarefirma für webbasierte Börsensoftware-Applikationen. Ab 2015 erweiterte TraderFox die Produktpalette um einen Börsenverlag und gibt heute 10 digitale Börsenzeitschriften sowie eine Tageszeitung heraus. Meilensteine in der Firmengeschichte von TraderFox waren im Jahr 2013 der Einstieg von Axel Springer sowie im Jahr 2024 die Übernahme der TraderFox GmbH durch den Private-Equity-Investor Inflexion.
Simon Betschinger ist seit Anfang 2025 Gesellschafter der finanzen.net-Firmengruppe mit den Marken finanzen.net (Finanzportal), ZERO (Broker) und TraderFox.
Simon Betschinger studierte Volkswirtschaftslehre an der Universität Konstanz. Er schloss das Studium im Jahr 2010 mit der Diplomarbeit „Schumpeters Wirtschaftsmodell, die ökonomischen Anpassungsmechanismen beim Prozess der kreativen Zerstörung und Folgerungen für staatliche Wirtschaftspolitik“ erfolgreich ab (Note 1,3).
Eine Million Gewinn allein mit der NVIDIA-Aktie
An der Börse erzielte Simon Betschinger beeindruckende Erfolge. Als schönsten Moment seiner Börsenkarriere bezeichnet er den Moment als seine NVIDIA-Position im Jahr 2021 die Gewinnmarke von 1.000.000 € überschritt. Untenstehend ist der Screenshot vom Depot bei der ING aus dem Jahr 2021. Simon Betschinger kaufte NVIDIA im Februar 2016. Er erkannte frühzeitig das Potenzial der Server-GPUs von NVIDIA, die den CPUs des damaligen Marktführers Intel haushoch überlegen waren.
Von 2006 bis 2010 feierte Simon Betschinger große Erfolge als Trendfolge-Trader. Auf dem MasterTraders-Portal veröffentlichte er transparent seine Trades und seine Performance. Im oben genannten Zeitraum gelang es ihm, ein 100.000-€-Konto zu verzehnfachen und Handelsgewinne von über 1 Million € zu erzielen. Simon Betschinger entwickelte die Pivotal-Point-Strategie von Jesse Livermore weiter und übertrug sie auf Zeitpunkte, an denen neue Nachrichten zu Aktien veröffentlicht werden. Durch neue Informationen kann sich der Gleichgewichtspreis sprunghaft verschieben und bei der Annäherung an den neuen Gleichgewichtspreis gibt es über Wochen hinweg Ineffizienzen, die durch Phasen relativer Stärke und Unkorreliertheit mit dem Markt charakterisiert sind. Sein erster Trendfolge-Trade im großen Stil war ein Verdreifacher mit der REpower-Aktie.
Testat über die Depotverzehnfachung
Die Tradinggewinne von Simon Betschinger sind testiert über seine Steuererklärungen. Hier ist eine Bescheinigung, die von der Kost Steuerberatung für den Zeitraum von 2006 bis 2009 ausgestellt wurde. „Ich habe diese Performance testieren lassen, weil ich damit beim Aufbau von TraderFox ab 2010 Vertrauen schaffen konnte. Unsere Kunden konnten sich dadurch sicher sein: Die TraderFox-Gründer wissen wovon sie sprechen.“
Diplomarbeit von Simon Betschinger (PDF-Download)
Die Arbeit an seiner Diplomarbeit bezeichnet Simon als eine sehr schöne Phase in seinem Leben. Er studierte die Originalarbeiten der großen Ökonomen wie Joseph Schumpter, John Maynard Keynes, Ludwig von Mises, Friedrich August von Hayek, Milton Friedman, Daron Acemoğlu, Paul Romer und viele Andere. In dieser Zeit gelangte er zu der Überzeugung, dass eine marktwirtschaftliche Wirtschaftsordnung das Leben der gesamten Bevölkerung entscheidend verbessern kann. Leider werden marktwirtschaftliche Prinzipien vom Zeitgeist oft abgelehnt. Die Vorteile einer marktwirtschaftlichen Ordnung widersprechen im ersten Moment der Intutition. Linke Parolen wie „Unternehmer sind Ausbeuter. Wir müssen die Reichen enteignen“ verführen viele Menschen zur Wahl linker Parteien. Darum ist eine beständige Aufkärungsarbeit über die Prinzipien der Freiheit und der Marktwirtschaft notwendig. Denn wissenschaftliche Evidenz und Empirik sind eindeutig: Gesellschaften, die auf das marktwirtschaftliche Prinzip setzen, erblühen.
Social Media-Accounts von Simon Betschinger
Simon Betschinger betreibt untenstehend verlinkte Social Media-Accounts. Andere betreibt er nicht. Wenn Sie andere finden sollten, handelt es sich um Fake-Accounts. Insbesondere auf Telegram ist es so gut wie unmöglich gegen Fake-Accounts vorzugehen. Wichtig: „Ich werde Sie NIEMALS auf Social Media anschreiben, um Ihnen irgendetwas zu verkaufen. Wenn Sie von mir angeschrieben werden, dann bin ich es nicht.“
- Facebook-Seite von Simon Betschinger:
„Ich nutze meine Facebook-Präsenz hauptsächlich zur Veröffentlichung meines täglichen Börsengrußes“ - X
„Auf X versuche ich Reichweite aufzubauen, um so viele Menschen wie möglich über das marktwirtschaftliche Prinzip zu informieren. Deutschland muss verstärkt auf Marktwirtschaft setzen, damit es den Bürgern wieder besser geht.“ - Instagram
„In der Instagram-Story teile ich regelmäßig Fotos von meinen Urlauben und Stadtreisen.“ - Threads
„Mit Threads komme ich nicht so richtig klar. Die Plattform ist fest in der Hand von linken Aktivisten. Manchmal versuche ich in die Diskussion zu gehen und die Leute von den Vorteilen der Marktwirtschaft zu überzeugen.“ - LinkedIn
„Wenn Sie mit mir in Kontakt treten wollen, nutzen Sie dazu am besten LinkedIn“ - WhatsApp-Kanal
„Auf meinem WhatsApp-Kanal veröffentliche ich täglich meinen Börsengruß“ - Youtube
„Ich nutze Youtube derzeit noch nicht. Im Jahresverlauf 2026 möchte ich auf Youtube jeden Sonntag eine kleine Show mit dem Namen „Schönes Wochenende, liebe Börsianer“ starten. Folgen Sie gerne schon heute meinem Kanal, um von Anfang an mit dabei zu sein.“
Fotogalerie
Simon Betschinger mit Ehefrau Sarah Betschinger

Simon und Sarah lernten sich während des Studiums an der Uni Konstanz kennen
Weitere Fotos






Lebenslauf Simon Betschinger
Simon Betschinger ist Diplom-Volkswirt und Unternehmer. Er besuchte das Friedrich-Schiller-Gymnasium in Pfullingen, wo er im Jahr 2000 sein Abitur ablegte. Bereits während seiner Schulzeit gründete er 1998 mit „TradeCentre“ eines der ersten deutschen Börsenportale. Nach dem Abitur leistete er seinen Wehrdienst in Ulm ab und startete in dieser traditionsreichen Universitätsstadt 2001 seine akademische Laufbahn mit dem Studium der Wirtschaftsphysik. Physik war schon zu Schulzeiten sein Lieblingsfach. Das Physikstudium erforderte jedoch viel Zeit und die ständige Präsenz bei Laborexperimenten.
Um wieder mehr Freiheit für eigene unternehmerische Projekte zu haben, wechselte Simon Betschinger nach dem Vordiplom das Studienfach. Von 2003 bis 2008 studierte er Volkswirtschaftslehre in Konstanz – eine Zeit, an die er sich gerne zurückerinnert. In diesen Konstanzer Jahren gelang ihm der Durchbruch als Trader, er lernte seine zukünftige Frau Sarah kennen und entwickelte den Businessplan für die Gründung der TraderFox GmbH. Sein Studium schloss er 2008 erfolgreich mit einer Diplomarbeit über Schumpeters Schöpferische Zerstörung (Note 1,3) ab.
Schon in seiner Jugend entwickelte Simon Betschinger eine große Leidenschaft für die drei Themen Unternehmertum, Naturwissenschaft und Börse. Um die Jahrtausendwende herrschte an den Märkten eine regelrechte Euphorie. Die Aktien am Neuen Markt und die US-Technologiewerte erklommen fast täglich neue Höchststände. In diesem Umfeld gründete er 1999 sein erstes Internet-Startup „TradeCentre“. Die Idee war ambitioniert – und sie funktionierte. Als eine der ersten Online-Börsenpublikationen konzentrierte sich TradeCentre auf exklusive Vorstandsinterviews und vermittelte Einblicke in die Strategien börsennotierter Unternehmen. TradeCentre entwickelte sich am deutschen Kapitalmarkt zu einer der Top-Quellen für solche Interviews. Da das Portal schon nach kurzer Zeit sechsstellige Jahresgewinne abwarf, stand für Simon Betschinger fest: Er wollte niemals angestellt sein, sondern als Unternehmer eigene Geschäftskonzepte verwirklichen.
Heute gilt Simon Betschinger als einer der versiertesten Trader Deutschlands. Er startete 2006 auf dem MasterTraders-Blog ein Experiment mit einem 100.000-Euro-Echtgelddepot. Innerhalb von vier Jahren gelang es ihm, das Depot zu verzehnfachen; die Gewinne überschritten 2010 die Marke der ersten Handelsmillion. Die Steuerbescheinigungen dieser Gewinne sind auf MasterTraders öffentlich einsehbar.
Die Trading-Methodik, die diesen Erfolg ermöglichte, entwickelte Betschinger zwischen 2003 und 2006. Zu Ehren von Jesse Livermore bezeichnet er sie als „Livermore-Schule“. Ein Kernelement sind die sogenannten Pivotal News Points. Dabei handelt es sich um Schlüsselpunkte im Kursverlauf, die durch relevante Nachrichten ausgelöst werden und zu einer fundamentalen Neubewertung der Aktie führen. Eine solche Neubewertung tritt ein, wenn die tatsächliche Geschäftsentwicklung die Konsenserwartungen weit übertrifft.
Das Pivotal-Point-Prinzip ist eine der wenigen Möglichkeiten, um in effizienten Märkten – die neue Informationen rasant einpreisen – eine Überrendite zu erzielen. Erst wenn Unternehmen völlig neue Produkte oder Geschäftsmodelle vorstellen, werden bestehende Rahmenbedingungen ad absurdum geführt und ein neues Gleichgewicht kristallisiert sich heraus. Das Konzept ist an die Theorie der Schöpferischen Zerstörung von Joseph Schumpeter angelehnt, die das Aufkommen disruptiver Technologien beschreibt. Simon Betschinger lernte diese Entwicklungstheorie während seines VWL-Studiums kennen und erkannte, dass sich das Prinzip sprunghaft verändernder Gleichgewichtszustände perfekt auf die Börse übertragen lässt.
Den Erfolg einer Depotverzehnfachung wiederholte Simon Betschinger im Zeitraum von 2016 bis 2020 mit seinem fokussierten Investing-Depot. Allein die Position von NVIDIA überschritt 2021 die Gewinnmarke von einer Million Euro. Er hatte die Aktie am 13. Mai 2016 gekauft, als NVIDIA seine Server-GPUs vorstellte, die bei Anwendungen wie Deep Learning die CPUs des Marktführers Intel um ein Vielfaches in den Schatten stellten. Er erkannte das disruptive Potenzial dieser Technologie sofort.
Aktuelle Tätigkeit: Simon Betschinger ist Gründer und CEO von TraderFox. Sein Ziel ist es, das Unternehmen zu einem internationalen Software- und Verlagshaus auszubauen. Auf traderfox.com bietet TraderFox eine umfangreiche Softwaresuite für Anleger und Trader. Im Verlagsgeschäft setzt das Unternehmen auf den Aufbau starker Marken: Das aktien Magazin ist eine wöchentlich erscheinende Börsenzeitung, während die Trader-Zeitung als täglich erscheinendes Format die Berichterstattung rund um Aktien und die Finanzmärkte bündelt.
Politische Ziele und mein X-Account (ehemals Twitter)
Als Ökonom stehen mir sprichwörtlich die Haare zu Berge, wenn ich verfolgen muss, wie unser Land langsam und schmerzhaft in eine bürokratisierte Planwirtschaft abrutscht. Die meisten Bürger in unserem Land merken, dass etwas nicht rund läuft. Ihr Realeinkommen schrumpft, sie können sich kaum noch eine eigene Immobilie leisten und deutsche Firmen werden auf den Weltmärkten abgehängt.
Wenn die monatliche Gehaltsabrechnung eingeht und man die gewaltige Steuer -und Abgabenlast schwarz auf weiß präsentiert bekommt, könnte man meinen, dass uns der deutsche Staat dafür im Gegenzug das beste Gesundheitssystem, digitalisierte Behörden, eine erstklassige Infrastruktur, eine pünktliche Bahn, durchgehende Mobilfunknetze und das beste Bildungssystem der Welt bereitstellt. Trotz einer Staatsquote von etwa 50 %, die einer Staatsüberfinanzierung gleichkommt, ist die staatliche Leistungserbringung verbesserungsbedürftig.
Es ist unter uns Ökonomen weitgehend anerkannter wissenschaftlicher Konsens, dass Unternehmertum, freie Bürger, ein schlanker Staat und Marktwirtschaft zu einer gerechten, friedlichen und wohlhabenden Gesellschaft führen. Aber der wissenschaftliche Konsens darüber, wie der gesellschaftliche Wohlstand maximiert werden kann, wird von den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland seit Jahren und fast schon Jahrzehnten weitgehend ignoriert.
Politische Entscheidung sind oft kontraintuitiv. Wenn zum Beispiel das Bürgergeld immer weiter erhöht wird, dann wirkt das auf den ersten Blick sehr sozial und warmherzig. Auf den zweiten Blick erkennt man die zahlreichen Nebeneffekte, die zu einer Zunahme der sozialen Ungerechtigkeit und zu einem Rückgang des gesellschaftlichen Wohlstands führen. Der linke Politiker, der mit Umverteilung und Wohlfahrtsgeschenken auf den schnellen Applaus und einfache Stimmen aus ist, verschlechtert in der Regel das Leben vieler anderer Menschen.
Elon Musk hat nach der Übernahme Twitter in X umgetauft. Ich unterstütze sein Projekt, ein weltweites Portal der freien Meinungsäußerung zu etablieren, das sich gegen politische Zensur und Cancel Culture wehrt. Meine Beiträge bekommen dort regelmäßig eine Reichweite von mehreren hunderttausend Abrufen und es ist mir eine Herzensangelegenheit, meien Mitbürger davon zu überzeugen, dass ein schlanker Staat, der auf starke Bürger setzt, langfristig zu einer gerechteren Gesellschaft führt, in der es allen gut geht. Ich setze mich politisch für niedrigere Steuern, geringere Regulierung und mehr unternehmerische Freiheit ein. Mein politischer Traum ist es, dass eine liberale Partei wie die FDP genügend Stimmen bekommt, um die Kernelemente liberaler Politik in Deutschland zu verankern.
Die einfachste Börsenstrategie der Welt – mit der jeder sofort beginnen kann
Das Leben gestaltet sich deutlich angenehmer, wenn man so früh wie möglich zum „Aktiensammler“ wird. Im Laufe der Jahre baut sich ein beständiger Strom an Dividendenzahlungen auf, mit dem sich die eigenen Ausgaben finanzieren lassen. Zudem macht es schlicht Freude, Produkte von Unternehmen zu konsumieren, an denen man selbst beteiligt ist. Die lange Schlange bei McDonald’s ärgert mich nicht mehr, seit ich Aktionär bin – im Gegenteil: Ich freue mich, dass das Geschäft brummt. Dabei ist die Börse keineswegs kompliziert. Die folgende Investmentstrategie kann jeder umsetzen:
Als Basisstrategie investiere ich so viel Kapital wie möglich in ETFs auf den S&P 500 oder den Vanguard FTSE All-World. Diese bilden die führenden Unternehmen der Welt ab und ermöglichen die Teilhabe an der täglichen globalen Wertschöpfung. All jene, die jeden Tag ihr Haus verlassen, ohne Aktionär zu sein, profitieren nicht an der wirtschaftlichen Aktivität, die um sie herum stattfindet. Mit einem ETF lässt man die besten Manager der Welt für sich arbeiten und erhält einen Teil der erwirtschafteten Gewinne. Die historische Rendite eines passiven Investments in den S&P 500 beträgt etwa 9 % pro Jahr. Das wird voraussichtlich so bleiben, solange unser Wirtschaftssystem marktwirtschaftlich organisiert ist. Das einzige langfristige Systemrisiko bestünde in der Einführung einer sozialistischen Wirtschaftsordnung.
Fazit: Beginne so früh wie möglich mit dem ETF-Sparen. Irgendwann wird der jährliche Vermögenszuwachs deine Ausgaben übersteigen. In diesem Moment bist du finanziell frei.
Der Weg zur Überrendite: Fokus-Investing
Wer eine höhere Rendite als 9 % pro Jahr anstrebt, kann als fokussierter Investor auf Einzelaktien setzen – so wie es Warren Buffett vorgelebt hat. Aufbauend auf der ETF-Strategie ist es sinnvoll, sich „genial gute“ Firmen ins Depot zu legen, die in zehn bis zwanzig Jahren deutlich größer sein werden als heute. Aktienkurse folgen langfristig der Spur der Unternehmensgewinne. Firmen wie Alphabet, Microsoft, Apple oder Amazon stiegen nicht deshalb so stark, weil eine euphorische Anlegerschar die Kurse trieb, sondern weil sie ihre Gewinne massiv steigern konnten. Aus kleinen Garagenfirmen wurden Weltkonzerne mit Milliardengewinnen.
Doch Vorsicht: Es ist eine Herausforderung, die langfristige Entwicklung einer Firma korrekt einzuschätzen. Mir ist dies oft gelungen – mit Titeln wie NVIDIA, Amazon oder Microsoft halte ich „Verzehnfacher“ im Depot. Dennoch beobachte ich regelmäßig, wie viele Anleger kolossal falsch liegen, wenn es um die Nachhaltigkeit von Geschäftsmodellen geht. Hat man eine herausragende Firma identifiziert, folgt der Bewertungscheck. Gerade bei Trendthemen nimmt der Aktienkurs eine positive Entwicklung oft schon weit vorweg.
Die Leitplanke: „Keine KUV-Monster!“
Eine meiner wichtigsten Regeln lautet: „Ich investiere nicht in KUV-Monster!“ Damit meine ich die 5 % der Aktien mit den höchsten Kurs-Umsatz-Verhältnissen (KUV) am Markt. Regelbasierte Portfolios, die aus solchen Titeln bestehen, erzielen historisch kaum positive Renditen. Etwa acht von zehn dieser „Monster“ werden unsanft vom Himmel geholt.
Ich habe diese Leitplanke bereits 2021 kommuniziert und den Absturz von Werten wie Docusign, Cloudflare, Upstart oder Plug Power vorausgesagt. Besonders bei gehypten Geschäftsmodellen ohne Burggraben bietet die KUV-Regel eine wichtige Orientierung. Konservative Anleger, die auf Kapitalsicherheit setzen, sollten KUV-Monster meiden – selbst Qualitätswerte wie Adobe oder NVIDIA fallen phasenweise in diese Kategorie. Für sie bleiben Welt-ETFs das vernünftige Maß der Dinge.
Kennzahlen als Orientierung, nicht als Naturgesetz
Kennzahlen wie das KGV oder KUV bieten eine gute Orientierung, um Überbewertungen zu erkennen. Aber: Rein formal ist der faire Wert einer Aktie immer der Barwert der zukünftigen Cashflows (DCF-Modell). Amazon wuchs in den frühen Jahren bei teilweise exorbitant hohen KGVs. Value-Investoren mieden die Aktie deshalb. Ich kaufte Amazon 2013 mit einem KUV von lediglich 2, da ich das Potenzial für hohe Margen im digitalen Cloud-Geschäft erkannte. Gemessen am KUV und der Marktführerschaft war Amazon damals eine „Value-Aktie“.
Auch NVIDIA war bei meinem Einstieg 2016 eine solche „KUV-Value-Aktie“. Ich verkaufe meine Positionen nicht, nur weil die Bewertung temporär hoch ist. Ich steige erst aus, wenn ich keine Wachstumsperspektive mehr sehe oder ein Klumpenrisiko im Depot reduzieren möchte. Börsenregeln sind keine Naturgesetze, sondern Orientierungshilfen. Vor allem Naturwissenschaftler verzweifeln oft an den Märkten, weil sie nach starren Gesetzen suchen, wo es nur Wahrscheinlichkeiten gibt.
Inspiration und Zitate
Über Visionen und Wünsche
Mein Lieblingszitat stammt von Johann Wolfgang von Goethe:
„Unsere Wünsche sind Vorgefühle der Fähigkeiten, die in uns liegen, Vorboten desjenigen, was wir zu leisten imstande sein werden. […] So verwandelt ein leidenschaftliches Vorausgreifen das wahrhaft Mögliche in ein erträumtes Wirkliches.“
Das habe ich selbst oft so empfunden: Wenn man spürt, dass „noch mehr geht“, manifestiert sich das meist erst als Vorahnung und dann als konkreter Wunsch, der den Weg für die Umsetzung ebnet.
Über Innovation
Von Henry Ford stammt ein Satz, den ich als Unternehmer verinnerlicht habe:
„Wenn ich die Leute gefragt hätte, was sie wollen, hätten sie gesagt: schnellere Pferde.“
Wer etwas Neuartiges erschaffen will, darf sich nicht nur an bestehenden Kundenwünschen orientieren, sondern muss kreativ vorangehen.
Über Erfolg und Individualität
Auf Social Media ist es ein schmaler Grat: Man benötigt Reichweite und Viralität, was oft Provokation erfordert, ohne dabei die bestehende Community zu verschrecken. Doch um erfolgreich zu sein, muss man aus der Masse herausstechen. Jack Lemmon brachte es auf den Punkt:
„Ein Erfolgsrezept gibt es nicht, wohl aber ein Misserfolgsrezept: Versuche, allen zu gefallen.“
Über Meinungsfreiheit
Die COVID-19-Pandemie hat die Gesellschaft tief gespalten. Abweichende Meinungen wurden oft hart attackiert. Was dem Virologen Hendrik Streeck nach seiner Heinsberg-Studie widerfuhr – die Diskreditierung durch das Totschlagargument der „Verharmlosung“ –, erinnert an die Zeit von Galileo Galilei, der es wagte, das herrschende Weltbild infrage zu stellen. In solchen Zeiten lohnt es sich, an Voltaire zu denken:
„Mein Herr, ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, dass Sie sie äußern dürfen.“